Günter Sonner feierte seinen Geburtstag
Großmeister Günter Sonner wurde 70 Jahre
2. Vorsitzender des TC feierte seinen Geburtstag
Günzburg - Wenn Günter Sonner am 30. Juli seinen 70. Geburtstag feiert, blickt er auf mehr als ein halbes Jahrhundert Taekwondo-Geschichte zurück. Seit inzwischen 53 Jahren bestimmt die koreanische Kampfkunst sein Leben – zunächst als begeisterter Sportler, später als erfolgreicher Trainer, Vereinsfunktionär und Großmeister. Bis heute steht Sonner regelmäßig im Dojang und gibt seine Leidenschaft an die nächste Generation weiter.
Geboren wurde Günter Sonner am 30. Juli 1956 in Burgau. Seine Begeisterung für Taekwondo begann bereits lange vor der ersten Trainingseinheit. Plakate und Flyer machten ihn damals auf die noch junge Sportart aufmerksam. Besonders fasziniert war er von den spektakulären Fußtechniken.
„Mich hat immer begeistert, was man mit den Füßen alles machen kann“, erinnert sich Sonner. Schon bevor er überhaupt ein Taekwondo-Training besucht hatte, musste das Scheunentor der Eltern als Trainingspartner herhalten. Immer wieder übte er dort seine Tritte – sehr zur Verwunderung seiner Familie.
Bis die Eltern schließlich ihr Einverständnis gaben, brauchte es allerdings einiges an Überzeugungsarbeit. Am 5. Dezember 1973 war es schließlich soweit: Unter Großmeister Jakob Beck in Burgau absolvierte Sonner seine erste Trainingseinheit im Taekwondo. Ein Tag, der sein Leben nachhaltig verändern sollte.
Aus dem anfänglichen Interesse wurde schnell eine Leidenschaft – und schließlich eine Lebenseinstellung. Geprägt wurde Sonner dabei nicht nur vom Training selbst, sondern auch von den Menschen, mit denen er diesen Weg gemeinsam ging. Zu seinen langjährigen Weggefährten zählen unter anderem die Großmeister Heinrich Magosch, Friedrich Kosak, Josef und Willi Mayer, Susanne Schneider, Ernst Sengotta, Heinz und Reinhold Gruber, Reinhold Fixle sowie die Zwillingsbrüder Georg und Gerhard Maier. Gemeinsam gehörten sie zu den Persönlichkeiten, die den Taekwondo-Sport in Deutschland über Jahrzehnte hinweg entscheidend mitentwickelten und es bis heute noch tun.
Schon früh entdeckte Sonner seine Begeisterung für den Leistungssport. Auf nationalen und internationalen Meisterschaften sammelte er zahlreiche Medaillen und Erfolge. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm die 2. Deutsche Meisterschaft im Jahr 1984 in Essen. Gemeinsam mit Helmut Lechner und Heinrich Magosch gewann er dort den Vizemeistertitel im Team.
„Diesen zweiten Platz werde ich nie vergessen“, sagt Sonner heute rückblickend.
Mit den sportlichen Erfolgen wuchs zugleich der Wunsch, seine Erfahrungen weiterzugeben. Diesen Traum verwirklichte er 1990 mit der Gründung der Sportschule Sonner in Wasserburg. Unter dem bis heute gültigen Motto „Die Kampfsportschule mit der sympathischen Atmosphäre“ entwickelte sich die Schule zu einer festen Größe im deutschen Taekwondo. Heute führt Günter Sonner den 9. DAN im Taekwondo und 7. DAN im Allkampf-Jitsu.
Für Sonner stehen dabei nicht Titel oder Medaillen an erster Stelle. Viel wichtiger sei es, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Werte wie Mut, Aufmerksamkeit, Disziplin, Kontrolle, Respekt, Höflichkeit und Durchhaltevermögen zu vermitteln. Diese Werte seien das eigentliche Fundament des Taekwondo.
Auch den Wandel der Sportart verfolgt der Großmeister aufmerksam. Akrobatische Elemente und Freestyle hätten in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. „Mit dieser Entwicklung muss man leben“, sagt Sonner. Entscheidend sei jedoch, dass der Spaß am Sport erhalten bleibe und gleichzeitig die traditionellen Werte nicht verloren gingen. Genau diese Balance wolle er seinen Schülerinnen und Schülern vermitteln.
Neben seiner Tätigkeit als Schulleiter engagiert sich Sonner seit inzwischen rund 40 Jahren als Zweiter Vorsitzender des Taekwondo-Clubs Donau-Lech-Iller. Gemeinsam mit seinem langjährigen Weggefährten Großmeister Heinrich Magosch sowie zahlreichen engagierten Vereinsmitgliedern trug er maßgeblich dazu bei, den Verband zu einer festen Größe im deutschen Taekwondo zu entwickeln.
Sportlich setzt die Sportschule Sonner weiterhin Maßstäbe. Besonders im Technik- und Freestyle-Bereich zählt sie auf Landesebene mit Abstand zu den erfolgreichsten Vereinen. Regelmäßig kehren die Sportlerinnen und Sportler mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen von Landes- und Deutschen Meisterschaften zurück. Entsprechend optimistisch blickt Sonner auf die kommenden Wettkämpfe wie die Deutsche Meisterschaft Technik, den Deutschen Jugend-Cup oder das Bundesranglistenturnier.
Und wie sieht die Zukunft der Sportschule aus? Auch darüber hat sich der Großmeister längst Gedanken gemacht. Die Nachfolge sei gesichert, und für die Zukunft bestens aufgestellt. An einen Rückzug denkt Sonner dennoch nicht.
„Ich werde so lange im Trainingsraum stehen, wie es nur geht“, sagt er mit einem Lächeln.
Denn eines möchte er sich noch möglichst lange bewahren: seinen Lieblingskick – den Bituro Chagi. Nach 53 Jahren auf der Matte ist für Günter Sonner eines klar: Taekwondo ist für ihn weit mehr als ein Sport. Es ist eine Lebenseinstellung, die ihn seit mehr als fünf Jahrzehnten begleitet – und auch mit 70 Jahren noch jeden Tag antreibt.